Copyright: AllTheContent / Pixabay - Partir en vacances entre amis est parfois source de conflits...

Fährt man mit seinen Freunden in Urlaub, erwartet man schöne gemeinsame Momente. Vor Ort jedoch ist das Leben in der Gemeinschaft nicht immer das reine Vergnügen. Welche Reibungen können auftreten und wie kann man sie vermeiden und am besten mit ihnen fertigwerden? Eine kleine Aufzählung der häufigsten Stolpersteine und konstruktive Verhaltensweisen, um diese zu vermeiden.

Heutzutage ist der Urlaub eine wirklich wichtige Angelegenheit. Er muss ein voller Erfolg sein, angefüllt mit neuen Entdeckungen und Begegnungen oder einfach nur ein Augenblick der Erholung. Wir erwarten uns so viel von diesem das ganze Jahr über erwarteten Ereignis, dass es einfach ein Erfolg werden muss. Ist der Urlaub einmal nicht so gelungen, so verwinden wir das nur schwer. Meist ist ein Misserfolg auf Beziehungsprobleme, den Umstand, dass die Gruppe einfach nicht richtig zusammenpasst oder Spannungen innerhalb der Gruppe zurückzuführen. Urlaub mit mehreren Personen ist einfach eine Herausforderung an sich.
Am besten sollte man schon im Vorfeld ein wenig Feldarbeit leisten und sich vorstellen, wie die Dinge laufen werden. „Wenn Sie gemeinsam mit Anderen in Urlaub fahren, sollten das Vorhaben und die geplanten Freizeitbeschäftigungen vorher genau abgeklärt werden“ erläutert Frédéric Soum. „Wenn man mit Freunden oder anderen Paaren in Urlaub fährt, muss die Rolle der einzelnen Personen innerhalb der Gruppe schon im Vorhinein genau festgelegt werden. Meist sind es die praktischen Aspekte, die die größten Schwierigkeiten bereiten. Die Organisation der Aufgaben und Mahlzeiten vor Ort ist ein wirklich wichtiger Punkt, der angesprochen werden muss, um Spannungen zu vermeiden und Problemen aus dem Weg zu gehen. Ich rate ausserdem zu Gruppen, die möglichst viele kulturelle, soziale und körperliche Werte miteinander teilen.“

Die Grenzen festlegen

Es ist nicht ganz einfach, mit Anderen zusammen zu sein und eng zusammenzuleben. Man muss aufeinander eingehen und sich ständig anpassen. Kompromisse eingehen reicht nicht immer aus und es gilt, Klippen zu umschiffen: eine davon ist es, die Grenzen aus dem Blick zu verlieren. Dazu gehört zum Beispiel die Uhrzeit, zu der man zu Bett gehen muss, um am nächsten Tag in Form zu sein. Das sind Grenzen, die eingehalten werden müssen. Werden sie ständig überschritten, entstehen langfristig Frustrationen.
Eine der klassischen Schwierigkeiten von Urlauben mit Freunden ist die vom beengten Raumverhältnissen begünstigte „ungebetene Psychoanalyse“: „Das passiert oft bei Urlauben mit einem anderen Paar“ erklärt der Spezialist für existentielle Psychotherapie Frédéric Soum. „Die Versuchung, seine eigenen Probleme zu regeln, indem man das andere Paar als eine Art Spiegelbild benutzt, ist sehr gross. Leider erweist sich diese Vorgehensweise als ziemlich kontraproduktiv. Da alle Paare ihre eigenen Normen haben, führen die Diskussionen über persönliche Themen oft in eine Sackgasse und sind ausserdem stark emotionell aufgeladen. In diesem Punkt gilt: je grösser die Gruppe, desto grösser ist die Chance, sich nicht allzu stark der Selbstbeobachtung hinzugeben.“
Eine weitere häufige Quelle für Konflikte ist die Erziehung. Der Umstand, dass mehrere Personen zusammenleben, führt dazu, dass die sichtbaren Verhaltensweisen beurteilt werden, unter anderem auch das Benehmen der Kinder der Anderen. Das ist ganz natürlich, weil es den einzelnen Personen Bezugspunkte bietet. Hier sind Toleranz und ausgeprägte Vorsicht angesagt. Kommentare über die Erziehungsmethoden können von den Eltern schnell sehr schlecht angenommen werden und zu Streit führen.

Die Privatsphäre wird eingeengt

Bei der Erfahrung der gemeinsamen Nutzung eines Bereichs kommen unbewusste Prozesse ins Spiel. Die Situation ist ganz automatisch furchteinflössend: „Das Leben in der Gemeinschaft bringt eine Einengung der Privatsphäre mit sich und man kann die Dinge nicht mehr genau so erledigen, wie man das gewohnt ist“ erläutert Frédéric Soum. „Es ist jedoch paradoxerweise so, dass genau diese Gewohnheiten besonders wichtig für das Gleichgewicht der Menschen sind. Es ist deshalb destabilisierend, sie hinter sich lassen und gemeinsame Regeln einhalten zu müssen. Und dieser Umstand löst dann eher Beeinträchtigungen, Unannehmlichkeiten oder ein Gefühl des Unbehagens als echte Ängste aus.“
Innerhalb einer Familie wird die Situation dadurch in Zaum gehalten, dass sich die Mitglieder untereinander gut kennen, die Stimmung kann sich jedoch auch hier schnell verschlechtern. Bei Urlauben mit einem Jugendlichen zum Beispiel kommt es oft zu Problemen. „Die Eltern erwarten oft, dass der Jugendliche im Urlaub eine höhere Motivation und Begeisterung an den Tag legt“ meint der Spezialist. „Dem ist aber nicht so, weil er es genauso wie zu Hause machen will und über das Internet oder per SMS mit seinen Freunden chattet. Es ist übrigens keine gute Idee, im Urlaub eine im Laufe des Jahres abgerissene Kommunikation wieder aufleben lassen zu wollen.“

Sich sein eigenes Bedürfnis nach Intimität eingestehen

Ganz allgemein gesagt sind die Gruppendynamik und alle Arten, in eine Gemeinschaft einzutreten, Vorgänge, bei denen sich die Einzelpersonen teilweise selbst zurücknehmen müssen. Sie treten ein in eine Wechselbeziehung und müssen sich der Gruppe unterordnen. Früher oder später wird der Faktor Individualität wieder an die Oberfläche gespült und trifft auf den kollektiven Faktor. Es ist ein durchaus gesunder Ansatz, die Legitimität des Bezugs zu sich selbst zu erhalten, anzuerkennen und durchzusetzen, indem man ihn den Anderen mitteilt. Das klare Ansprechen des Bedürfnisses nach Zeit für sich selbst während des Aufenthalts vermeidet Fehlinterpretationen: „In diesem Bereich ist einfach alles möglich, unter der Bedingung, dass das Bedürfnis identifiziert und den Anderen auf korrekte Art nahe gebracht wird“ wiederholt der Psychologe. „Es ist gar keine grosse Sache, manchmal ein wenig allein sein zu wollen, wenn man erklärt, dass es nur für kurze Zeit ist. Die anderen respektieren dieses Argument von selbst. Die Gruppe besitzt eine ausgeprägte Fähigkeit zu Toleranz und Großzügigkeit, wenn es darum geht, dass sich eines ihrer Mitglieder eine Zeitlang zurückziehen will.“
Man sollte nicht davon ausgehen, dass sich auftretende Streitigkeiten von selbst lösen werden. „Sie werden sich im Laufe des Aufenthalts kristallisieren und verstärken, das ist so gut wie sicher“ meint der Arzt. „Bestenfalls wird das Kriegsbeil begraben. Danach müssen die einzelnen Personen sich dieses Materials bedienen, um in einem anderen Umfeld an ihrer eigenen Entwicklung zu arbeiten. Konfliktsituationen sind nämlich ausgesprochen interessant, um sich selbst kennenzulernen, selbst wenn man während des Urlaubs gerne auf sie verzichten könnte.“


Wie bleibt man kühl, wenn es im Urlaub plötzlich Spannungen gibt?

Drei Tipps, die Entspannung bringen:

  1. Befreien Sie sich regelmässig von Ihren Frustrationen, indem Sie an die frische Luft gehen oder Sport treiben. Wird die Atmosphäre zu ungut, sollte man sich zurückziehen, sich beruhigen und dann mit der richtigen Einstellung wieder zurückkommen. Ein weiteres mögliches Sicherheitsventil: die Atmung, mit der sich auch körperliche Symptome wie eine zugeschnürte Kehle oder Druck auf dem Solarplexus schnell wieder ins Lot bringen lassen.
  2. Unterhaltsame Aktivitäten planen und ausführen. Beim Spielen streitet man sich einfacher weniger. Und ausserdem gelten dann sofort gruppenfremde und von ihr unabhängige Regeln.
  3. Mit Humor und Selbstironie reagieren. Zeigt man den Anderen, dass man sich nicht allzu ernst nimmt, werden Spannungen abgebaut.

Mit dem aus existentielle Psychotherapie spezialisierten Psychologen Frédéric Soum (Daseinsanalyse – DaS, Zürich)
Frédéric Soum hat einen Abschluss in klinischer Psychologie und ist ein FSP-Psychotherapeut. Er ist auf existentielle Psychotherapie spezialisiert (Diplom in Daseinsanalyse – DaS, Zürich). Er setzt sein ausgedehntes Fachwissen seit 20 Jahren ein, um Opfern von Straftaten zu helfen (LAVI). Parallel dazu arbeitet er im Centre Médical de Psychothérapie Cognitive (CMPC) in Lausanne sowie im Kanton Freiburg, wo er Einzel- und Gruppensupervisionen durchführt.

 

SLI/FBR/AllTheContent

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