Dumpf und hämmernd, diffus oder lokalisiert, Kopfschmerz tritt häufig ohne Vorwarnung auf. Schwierig, effizient zu sein, nachzudenken oder seinen Tätigkeiten nachzugehen, wenn der treibende Motor, der Kopf, sich im Schmerzmodus befindet.

Eine kurze Befragung der Personen in Ihrem Umfeld und Sie werden feststellen, dass es quasi niemanden gibt, der noch nie Kopfschmerzen hatte. Nicht erstaunlich, denn die Ursachen sind vielfältig und können von einfacher Müdigkeit bis zur Ruptur eines Aneurysmas gehen.

Mein Kopf ist krank

Die wissenschaftliche Bezeichnung dieses Symptoms lautet Cephalgie, kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet ganz einfach «Kopf». Kopfschmerzen werden in zwei Kategorien unterteilt: die primären und sekundären. Der primäre Kopfschmerz gilt generell als umstandsabhängig. Er kann durch körperliche Anstrengung, wie Husten oder eine Stresssituation, vorübergehende Müdigkeit, einen Virus oder zu starke Sonneneinwirkung ausgelöst werden. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Kopfschmerzen, die einen Zusammenhang mit erhöhter Muskelspannung oder schlechter Haltung haben. Auch Migräne ist eine Form primärer Kopfschmerzen. Intensiver und stärker lokalisiert (einseitige oder ophthalmische Schmerzen), tritt sie in Krisen auf, deren Dauer und Häufigkeit je nach Person variiert und die manchmal mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Anders die sekundären Kopfschmerzen, die infolge von gutartigen (Sinusitis, Virusinfektionen) oder schwerwiegenderer Erkrankungen (Bluthochdruck, Hirntumor) auftreten können. Bevor Sie jedoch das Schlimmste in Betracht ziehen, denken Sie daran, dass die häufigsten Ursachen gutartiger Natur sind und die Einnahme von Medikamenten meist schnell Erleichterung verschafft.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz – jeder Mensch reagiert anders

Kopfschmerzen werden je nach Ursache und Person unterschiedlich beschrieben. «Der Körper erkennt Schmerz dank der Nervenenden und leitet dieses Signal über das Rückenmark bis zum Gehirn», erklärt Valérie Piguet, leitende Ärztin im fachübergreifenden Zentrum für Schmerztherapie des Universitätsspitals Genf (Centre multidisciplinaire de la douleur des Hôpitaux universitaires de Genève). Schmerz aktiviert im Gehirn verschiedene somatosensorische, aber auch emotionale Zentren. Seine Wahrnehmung kann von der Erinnerung an Schmerzen in der Vergangenheit, aber auch von Gefühlen der Angst, Wut oder Traurigkeit beeinflusst werden. Je nach Individuum wird Schmerz also mehr oder weniger stark wahrgenommen.» Sollte man Kopfschmerzen wirklich beschreiben wollen, müssten Schwere, Druck oder das Gefühl, den Schädel in einem Schraubstock eingespannt zu haben, genannt werden. Es steht aber in jedem Fall ausser Frage, dass Schmerz ertragen werden sollte, ohne zu reagieren. Ruhe oder die Einnahme einer analgetischen Position (schmerzlindernd) tragen zur Verringerung von Kopfschmerzen bei. Eine optimale Lösung ist, den schmerzauslösenden Faktor zu eliminieren: Verlassen eines Ortes, wenn es dort zu laut ist, Öffnen der Fenster in geschlossenen, engen Räumen, an die frische Luft gehen, die Stellen oder Punkte, an denen Sie die Spannung spüren, massieren, ein grosses Glas Wasser oder einen starken Kaffee trinken – all dies sind Methoden, welche Kopfschmerzen lindern können.

Selbstmedikation: Vorsicht ist geboten

Dauern die Schmerzen an, besteht natürlich die Möglichkeit Linderung in der Einnahme eines Medikamentes, wie dem bei Kopfschmerzen geeigneten Paracetamol, zu suchen. Doch aufgepasst: Diese a priori harmlose Geste ist nie völlig risikolos, erinnert Valérie Piguet: «Auch wenn der Gebrauch von Schmerzmitteln heute banal scheint, ist es zwingend, den Beipackzettel zu lesen! Die empfohlene tägliche Höchstdosis Paracetamol ist zu beachten, da die Nebenwirkungen die Gesundheit gefährden können.» Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin, falls Sie regelmässig an Kopfschmerzen leiden, werden Sie recht schnell ein Medikament finden, das bei Ihnen die beste Wirkung hat. Aber aufgepasst: Achten Sie unbedingt auf die Kontraindikationen. «Im Einzelfall muss der/die Apotheker/in um Rat gefragt werden», empfiehlt unsere Expertin. «So sollten beispielsweise Frauen während ihrer Menstruation oder Patienten mit Magengeschwüren auf Aspirin verzichten, da dieser Wirkstoff Blutungen begünstigt.» Vermeiden Sie, mehrere Medikamente zu kombinieren, selbst wenn es sich um das gleiche Molekül handelt. Übrigens können auch bestimmte Nahrungsmittel Nebenwirkungen auslösen. «Vor der Einnahme eines Schmerzmittels gilt es sich zu informieren, ob das Risiko einer Interaktion vorliegt», verdeutlicht die Ärztin. «Die Kombination von Alkohol und Paracetamol kann sich beispielsweise schädlich auf die Leber auswirken. Insbesondere in der Winterzeit ist Vorsicht geboten, denn tendenziell werden mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen…»

Jede Ursache hat ihre Behandlung

Die auf Schmerztherapie spezialisierte Ärztin betont weiterhin, dass die Einnahme von Arzneimitteln, auch nicht verschreibungspflichtigen, keinesfalls banalisiert werden sollte: «Kopfschmerz kann die unterschiedlichsten Ursachen haben und diese sollten – sofern möglich – behandelt werden. Ein Tag vor dem Bildschirm kann zu Kopfschmerzen führen und die Lösung kann manches Mal recht einfach sein, wie einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Stress ist eine weitere mögliche Ursache, die z. B. mit Atemübungen oder Yoga beruhigt werden kann.» Sollten diese Massnahmen keine Linderung verschaffen, ist es sicherlich empfehlenswert ärztlichen Rat zu suchen, um sicherzustellen, dass keine ernstere Ursache vorliegt: «Im Fall von Selbstmedikation, ohne zufriedenstellende Wirkung der Schmerzmittel bzw. wenn die Schmerzen nach 2 bis 3 Tagen weiter andauern, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen», bestätigt unsere Gesprächspartnerin.

Mit Valérie Piguet, Ärztin mit Spezialausbildung für die Behandlung von Schmerzen am Universitätsspital Genf (Hôpitaux universitaires de Genève – HUG)
Valérie Piguet ist als leitende Ärztin in den Abteilungen klinische Pharmakologie und Toxikologie am Genfer Universitätsspital (HUG) tätig. Weiterhin ist sie die verantwortliche Ärztin in der ambulanten Sprechstunde für die Beurteilung und Behandlung von Schmerzen.

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