Copyright: AllTheContent / Max Topchii - Fotolia.com - Les crèmes solaires inhibent une sonnette d'alarme: le coup de soleil.

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Lassen Sie uns die Zusammensetzung der Sonnenprodukte unter die Lupe nehmen, bevor wir uns mit ihnen eincremen! Die eingesetzten Filter, die uns vor der Ultraviolettstrahlung schützen sollen, sind nicht harmlos. Manche Spezialisten raten dazu, sie sparsam einzusetzen.

Seitdem sich die Verbraucher vor den Parabenen hüten, die im Verdacht stehen, endokrinschädlich zu sein, werden diese durch Substanzen ersetzt, die sich ebenfalls als problematisch erweisen. Und der in der Kosmetikindustrie häufig verwendete Konservierungsstoff Methylisothiazolinon (MIT) darf seit dem 12. Februar 2017 (auf Entscheidung der europäischen Kommission) nicht mehr für Mittel, die auf der Haut verbleiben, verwendet werden. Die Liste der in Verruf geratenen Inhaltsstoffe ist lang und reicht von bestimmten Konservierungsstoffen bis hin zu Emulgiermitteln wie den PEGs (Polyethylenglykol). Die Sonnenprodukte enthalten neben diesen Substanzen auch noch Filter, die vor den Sonnenstrahlen schützen sollen. Wir sollten uns unseren Sommerpartner jetzt einmal genauer ansehen!

Was ist besser, mineralische oder chemische Filter?

Sonnencremes können zwei verschiedene Arten von Schutz enthalten: mineralische (oder physische) Filter und chemische Filter, die beide umstritten sind. „Die meisten Produkte enthalten eine Kombination aus beiden Filtern, um die Haut besser vor UVA- und UVB-Strahlung zu schützen“ erklärt der Hautarzt beim CHUV Bernard Noël. Chemische Filter besitzen eine angenehme Textur und lassen sich leicht verteilen. Das Problem? Manche von ihnen sind endokrinschädlich. Das bedeutet, dass ihre Moleküle in den Organismus eindringen und dort die Wirkung der Hormone verändern.
Die bei den Bergwanderern sehr beliebten mineralischen Filter dagegen hinterlassen sichtbare weissliche Spuren. Sie werden in Form einer ziemlich dicken Zinkpaste angeboten und bestehen aus weissen Pigmenten, die die Sonnenstrahlen zurückwerfen. Ihr Vorteil liegt in dem Umstand, dass sie auf der Haut inert sind. Um durchsichtige und ästhetisch ansprechendere Sonnencremes zu entwickeln, die jedoch genauso wirksam gegen Ultraviolettstrahlung sind, reduzierte die Industrie die Grösse dieser Pigmente. Deshalb werden heutzutage mineralische Filter auf der Basis von Nanopartikeln aus Titandioxid oder Zinkoxid angeboten. Zinkoxide in Form von Nanopartikeln sind jedoch im Prinzip nicht als Sonnenschutz zugelassen. Die Textur wurde verbessert, aber wie sieht es mit der Gesundheit aus? „Man weiss nicht viel über die potentiellen toxischen Effekte von Nanopartikeln“ meint der Hautarzt. „Sie scheinen über die Epidermis nur begrenzt in den Organismus einzudringen. Aber bei angegriffener Haut, zum Beispiel bei Sonnenbrand, könnten sie leichter in den Organismus gelangen.“
Es ist also gar nicht einfach, in der Abteilung Sonnencremes seine Wahl zu treffen! Man weiß noch nicht genug über die Langzeitwirkungen und aus diesem Grunde herrscht im Moment noch keine Einigkeit über die am wenigsten schädlichen Filter. „Wahrscheinlich werden die Risiken auf beiden Seiten übertrieben, aber manche Spezialisten schlagen Alarm“ meint der Arzt, der dazu rät, sowohl bei Sonnenbädern als auch beim Einsatz dieser Cremes Zurückhaltung walten zu lassen.

Ein Sommer ohne Creme?

„Alle Sonnencremes enthalten im Prinzip Konservierungsstoffe“ erinnert Bernard Noël. „Trägt man sie jeden Tag literweise auf, so wird das besorgniserregend. Der beste Schutz vor Sonnenstrahlung ist und bleibt die Kleidung.“ Wird die Dauer der Sonnenbäder langsam erhöht und werden diese nicht zu den heissesten Stunden des Tages genommen, ist gar kein übertriebener Schutz erforderlich, ausgenommen im Gebirge und am Meer. Das andere Problem dieses Schutzes liegt darin, dass sie ein Alarmzeichen ausbremsen: den Sonnenbrand. „Die Leute neigen dazu, länger in der Sonne zu bleiben und haben den Eindruck, auf der sicheren Seite zu sein“ warnt der Fachmann. „Aber das stimmt nicht.“ Sonnencremes schützen nur vor einem Teil der schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung. Die Sonne ist weder ein Feind noch ein Freund, man muss einfach nur aufpassen – und sie ist für die Gesundheit unverzichtbar, da sie die Bildung von Vitamin D erst ermöglicht.

Zu viele Sonnenfilter
Heutzutage enthalten zahlreiche Kosmetikprodukte, angefangen bei Teintgrundierungen bis hin zu Tagescremes, von vorneherein einen Sonnenschutz. Die Haut ist damit das ganze Jahr über problematischen Filtern ausgesetzt! Warum machen die Hersteller das? „Das ist eine Frage des Marketings“ erläutert der Hautarzt Bernard Noël. „Da die Ultraviolettstrahlung einer der wichtigsten Faktoren für die Hautalterung ist, verleiht der Filter der Creme einen Anti-Age Effekt, der angegeben werden kann.“ Den Umsatz verbessern, ohne sich um die eventuellen Konsequenzen zu kümmern…

Mit dem Facharzt für Dermatologie im CHUV Doktor Bernard Noël.
Doktor Bernard Noël ist im Universitätsspital-Zentrum des Kantons Waadt als Facharzt für Dermatologie tätig. Ausserdem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Lausanne, wo er sein Fachgebiet an der medizinischen Fakultät lehrt.

 

 

SLI/FBR/AllTheContent

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