Das am Neuenburgersee gelegene Städtchen Estavayer-Le-Lac gehört sehr wohl zum Kanton Freiburg. Seine mittelalterliche Architektur lässt keinen Zweifel daran bestehen. Wir gehen in diesem Städtchen mit seinen versteckten Schätzen vor Anker.

In diesem Sommer sind alle Blicke – auch die von Wellness und Gesundheit – auf Estavayer-Le-Lac gerichtet: Über 250 000 Besucher werden am 27. und 28. August zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest erwartet. Zwei Wettkampftage gefolgt von der Krönung des Schwingerkönigs. Diese einmalige Veranstaltung, die alle 3 Jahre stattfindet, wird den Besuchern auch die Gelegenheit bieten, die ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten dieser mittelalterlichen Stadt kennenzulernen. Folgen Sie dem Fremdenführer!

Geheimnisse entdecken

Copyright: Swiss Tourism – Estavayer-le-Lac

Ein Bummel durch Estavayer-le-Lac ist ein wahres Vergnügen. Vor allem seit das Fremdenverkehrsamt über die gesamte Erkundungstour Tafeln mit QR-Code aufgestellt hat. Diese Codes müssen nur eingescannt werden und schon kommt man in den Genuss von Kommentaren, die auf dem Handy abgespielt werden. Allerdings gibt es keine bessere Gesellschaft als die von Louis Joye. Dieser Stadtführer ist im Besitz aller Schlüssel, um sich Eintritt zum Donjon des Schlosses Chenaux zu verschaffen, dem mittelalterlichen Bauwerk oberhalb der Stadt, mit dessen Bau ab 1392 begonnen wurde. Die steilen Stufen einer Wendeltreppe führen Sie zu den Kerkern, die bis um das Jahr 1900 in Betrieb waren. Die Besucher erhalten keinen Zugang zu dieser Besonderheit, die in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurde, ausser auf ausdrücklichen Wunsch.

An der Kollegiatskirche Saint-Laurent im gotischen Stil, die zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert auf den Überresten eines romanischen Baus errichtet wurde, ruft Louis Joye humorvoll aus: «Schauen Sie sich genau den barocken Hauptaltar von Jean-François Reyff aus dem Jahr 1640 an. Der Freiburger Künstler hat ein Werk Tizians kopiert, wobei er aber die Figuren umgekehrt dargestellt hat.»

Und schliesslich erhebt sich am Ufer des Neuenburgersees in Richtung Font ein gewaltiger, 50 m3 grosser Felsen, der angeblich über magische Kräfte verfügt. Dieser Steinblock, der «Pierre du Mariage» bzw. Heiratsstein genannt wird, steht auf dem Knotenpunkt zwischen einer tellurischen Strömung und einem Energiefeld. Der Legende nach verleiht er Fruchtbarkeit und sorgt für die Begegnung mit einer verwandten Seele. Sie sind skeptisch? Eine Sache ist jedoch absolut sicher: Estavayer-le-Lac ist eine Reise wert.

Lustiges Gequake

Die 108 Laubfrösche bzw. sogenannten Seefrösche sind die grosse Attraktion des Froschmuseums von Estavayer-le-Lac. Mitte des 19. Jahrhunderts erfreuen sich die Kunst der Miniaturen und die Tierpräparation grosser Beliebtheit. Weit verbreitet sind Karikaturen der menschlichen Spezies im Spiegel der Tierwelt.
Nach einer Laufbahn als Subalternoffizier im Vatikan kehrt François Perrier (1813-1860) in seine Geburtsstadt Estavayer zurück und macht sich daran, Amphibien durch den Mund auszunehmen. Perrier füllt die Frösche, die nur noch aus Haut bestehen, mit Sand und setzt sie in Szene. «In der Schule», die berühmteste Szene, zeigt den Schulmeister mit dem Stock in der Hand und den bestraften Schüler, der auf seinen Fersen sitzend dem Unterricht folgt. Diese Kritik am städtischen Kleinbürgertum kann gut und gerne als bissig bezeichnet werden.

SLI/CYV/AllTheContent News Agency

Infos

www.estavayer-payerne.ch
tourisme@estavayer-payerne.ch
Office du tourisme, Rue de l’Hôtel-de-Ville 5, 1470 Estavayer-le-Lac, Tel.: +41/26 662 80.
Umfangreiche Dokumentation: «Calèches Nature & Saveurs» (Kutsche Natur und Gaumenfreuden), «La Broye pas à pas» (Die Broye-Region auf Schusters Rappen), «Cyclotourisme» (Fahrradtourismus), «Village Lacustre Gletterens» (Pfahlbaudorf Gletterens) und «La Grande Cariçaie» (Seeuferfeuchtgebiet, eins der schönsten Naturschutzgebiete Europas).

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