Die Menopause ist ein wichtiger Meilenstein im Leben einer Frau. In einigen Gesellschaften wird sie wie eine Befreiung gelebt, in anderen wird sie als erster, oftmals schwieriger Schritt in Richtung Alter angesehen. Um diesen Lebensabschnitt zu meistern, gilt es sich zu informieren, darüber zu sprechen und seine Lebenshygiene entsprechend anzupassen.

Ganz gleich, welche Gefühle eine Frau in Bezug auf die Menopause hat, das Ende der Monatsblutungen bewirkt bereits im Vorfeld hormonelle Veränderungen. « Man spricht von der Menopause nach einem vollen Jahr ohne Menstruation », präzisiert Dr. Zahraa Kollmann vom Inselspital in Bern. Im Schnitt beginnt sie im Alter von 51, kann aber generell zwischen 42 und 56 Jahren auftreten. Vor 45 Jahren redet man von vorzeitiger Menopause und nach 55 von verspäteter Menopause. Allerdings machen sich die ersten Zeichen im Allgemeinen 5 bis 7 Jahre vor dem endgültigen Stopp des Monatszyklus bemerkbar. Diese Phase gilt als « Peri-Menopause », die sich durch einen unregelmässigen Menstruationszyklus charakterisiert. Die Monatsblutungen können stärker oder – ganz im Gegenteil – sehr gering sein. « Es ist normal, dass sich ihre Regelmässigkeit ändert », betont die Spezialistin, « sind die Menstruationszyklen jedoch zu kurz und/oder die Blutungen sehr stark, gilt es einen Arzt zu konsultieren. »

Die Symptome erkennen können

Bei jeder Frau manifestiert sich die Menopause anders. Meist geht sie einher mit Hitzewallungen, Nachtschweiss, Schlaflosigkeit, Gefühlsschwankungen, vaginaler Trockenheit und manchmal auch mit Harnwegsinfekten: « Dies ist eine natürliche Etappe und keine Krankheit », erinnert die Ärztin. « Allerdings können verschiedene Symptome die Lebensqualität mancher Frauen beeinträchtigen. » Interessant ist, dass physische Unannehmlichkeiten, die mit dem Ende der Monatsblutung zusammenhängen, je nach Region unterschiedlich sind. In den Ländern des Mittelmeerraums sind Hitzewallungen an der Tagesordnung, wohingegen diese in Japan quasi inexistent sind: « Eine Reihe von Faktoren können diese Diskrepanz erklären, wie beispielweise die Ernährung der Japaner, welche sehr reich an Soja ist », hebt die Gynäkologin hervor. « Genetische Unterschiede oder sogar soziale und psychologische Sichtweisen in Bezug auf das Altern haben ebenfalls Einfluss auf den Verlauf der Menopause. »

Die Veränderung akzeptieren

Die Menopause muss kein Schock sein. Jede Frau ist sich bewusst, dass dieser Moment kommen wird. Es ist daher wichtig, sich mit Anfang vierzig so gut wie möglich auf diese sowohl physische als auch psychische starke Umwälzung vorzubereiten. So unangenehm er auch sein mag, es ist fundamental diesen natürlichen Vorgang zu akzeptieren, denn die Unannehmlichkeiten nehmen tendenziell zu, wenn die Situation nicht angenommen wird. Daher ist es essenziell, sich gut zu informieren, sei es mithilfe von Fachliteratur, Gesprächen mit Freundinnen, welche die Wechseljahre bereits hinter sich haben, oder indem ein Facharzt bzw. eine Fachärztin konsultiert wird. Doch auch wenn die Frauen über mehr oder weniger Kenntnisse zum Thema verfügen, so ist dies bei den Männern nicht unbedingt der Fall. Es ist also unabdingbar, so früh wie möglich mit seinem Partner über dieses Thema zu sprechen.

Seine Lebenshygiene anpassen

Das Ende der Menstruationszyklen kann als recht anstrengende Zeit empfunden werden, vor allem bei zu wenig Schlaf. Daher sollte die Lebenshygiene an die neue Situation angepasst werden: « Regelmässige körperliche Betätigung bzw. Bewegung wirkt sich sehr positiv aus », sagt unsere Expertin. « So kann Angstzuständen und Schlafstörungen entgegengewirkt werden. Indem Bewegung ausserdem auch die Knochendichte aufrechterhält, reduziert sie das Osteoporoserisiko, welches in der Zeit dieses hormonellen Zyklus besonders hoch ist. Eine Frau sollte vor der Menopause täglich 1’000 bis 1’500 Milligramm Kalzium zu sich nehmen, um dem Osteoporoserisiko entgegenzuwirken. Das Vitamin D, welches die Assimilierung des Kalziums begünstigt, muss zwingend Bestandteil der Ernährung einer Frau sein, sobald sich erste Anzeichen des Ausbleibens der Regel manifestieren. Die Ernährungsweise spielt auch eine grosse Rolle in der Bekämpfung von Schlafstörungen, die im Rahmen der Wechseljahre auftreten. So ist ein Fondue oder Raclette zum Nachtessen sicherlich nicht die beste Idee, wenn man bereits unter Einschlafschwierigkeiten leidet! Ebenso können alkoholische Getränke, Kaffee oder Tee sich negativ auf eine gute Nachtruhe auswirken.

Lassen Sie der Natur freien Lauf

Neben dem ersten weissen Haar und der ersten Falte ist auch die Menopause ein Zeichen des Alterns. Während der Übergang für eine Frau sehr abrupt sein kann, ist er bei Männern eher progressiv. Es gilt, den natürlichen Lebenszyklus akzeptieren zu können. Dr. Zahraa Kollmann schlussfolgert: « Es ist eine Zeit der Veränderung et für manche gar der Erneuerung. »

Dr. Zahraa Kollmann, Fachgebiet Gynäkologin, Endokrinologie und Menopause, vom Inselspital in Bern
Dr. Zahraa Kollmann ist auf Frauenheilkunde spezialisiert. Ihre Schwerpunkte sind die gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin. Nach ihrer Tätigkeit in mehreren deutschen Städten, ist sie heute stellvertretende Oberärztin im Berner Inselspital.

SLI/FBR/AllTheContent

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