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Yoga, Pilates, Wassergymnastik… Sanfte Gymnastikmethoden sind der ideale Weg für alle, die vor übermässiger körperlicher Anstrengung zurückschrecken, sich gleichwohl aber einen straffen und gelenkigen Körper bewahren möchte.

Wenn man bei Null anfängt, weckt die Sporthalle Ängste und eine mögliche Verletzung hält so manchen vom Gang zum Sport ab, ganz zu schweigen von der mitunter lähmenden Furcht, bei einem schnellen Bauch-Beine-Po-Training nicht mitzukommen. Für alle, die den Schritt nicht wagen, stellen sanfte Gynmastikmethoden sicherlich die ideale Lösung dar. Diese Disziplinen, die sich für jeden, also auch für weniger sportliche Personen, Senioren und Schwangere eignen, finden immer mehr Anhänger.

Yoga: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Yoga, dessen Heimat in Indien liegt, bringt körperliche und geistige Arbeit in Einklang. Diese altehrwürdige Disziplin kann heute in verschiedenen Varianten ausgeübt werden. Wir lichten den Dschungel und stellen Ihnen hier die wichtigsten Praktiken vor:

  • Bikram Yoga: Es wird in einem stark beheizten Raum (37°C) praktiziert, um die Geschmeidigkeit der Gewebe zu erhöhen und die Verletzungsgefahr zu senken. Es regt den Blutkreislauf an und begünstigt die Ausscheidung von Giftstoffen.
  • Hatha Yoga: Diese Form des Yogas ist in westlichen Ländern am stärksten verbreitet, es verbindet Körperstellungen (Asana) mit Atemübungen (Pranayama) für eine bessere Beherrschung von Geist, Sinnen und Körper.
  • Yoga Iyengar: Diese Yoga-Schule zeichnet sich durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie beispielsweise Gurten aus, die dabei helfen, den Körper auch länger in einer gewünschten Position zu halten.
  • Ashtanga Vinyasa Yoga: Hierbei handelt es sich um eine körperlich sehr anstrengende und dynamische Form des Yoga, die den Fokus auf die Synchronisierung von Bewegung und Atmung legt (Vinyasa).

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Ariane Kindler, Lehrerin im Yogastudio Terre Indigo in Genf, betont die Tatsache, dass Yoga nicht nur körperliche Auswirkungen zeigt, sondern sich auch auf Ebene der Emotionen und des Geistes auswirkt. «Es handelt sich um eine Methode, die sich individuell jeder Person je nach ihrem Alter, ihren Bedürfnissen und ihrer körperlichen Verfassung anpassen lässt, so dass Yoga sich wirklich für jeden eignet», erklärt Ariane Kindler. «Dank der hohen Bedeutung, die der Atmung beigemessen wird, erlaubt Yoga den Abbau von Ängsten und Stress». Es hilft auch bei Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder chronische Schmerzen. «Yoga zeigt auf allen Ebenen einen positiven Effekt, es wirkt sich sogar auf die Verdauung, den Darmtrakt, die Ausscheidung von Giften und Schlafstörungen aus», führt die Yogalehrerin weiter aus. Eine regelmässige Yogapraxis kann wirklich einen entscheidenden Beitrag leisten: «Man fühlt sich wohler in seinem Körper, ist somit fröhlicher und aufgeschlossener», zieht sie Bilanz.

Pilates: in der Tiefe

Die Erfindung der Pilates-Methode geht auf den Ersten Weltkrieg zurück. In dieser Zeit gerät ein deutscher Krankenpfleger namens Joseph Pilates in Gefangenschaft und verbringt die langen Monate seiner Inhaftierung damit, sich neue Übungen auszudenken, um seinen Körper sanft und aus der Tiefe heraus zu stärken. Konkret besteht eine Übungsstunde aus der Aneinanderreihung von Haltungen, die alle Muskeln des Körpers mobilisieren sollen, wobei der unablässig trainierten Körpermitte rund um die Bauchmuskeln die größte Aufmerksamkeit zuteilwird. Die belastungsfrei durchgeführten Pilates-Übungen verbessern die Atmung, die Konzentrationsfähigkeit, das Gleichgewicht, den kontrollierten und geschmeidigen Bewegungsfluss sowie die Haltung im Allgemeinen. Um die tiefer gelegenen Muskeln zu mobilisieren, sind die Bewegungen langsam, die Positionen müssen lange gehalten werden und die Anstrengung… muss jeder individuell nach seinen Möglichkeiten bemessen!

Wassergymnastik oder Aquacycling?

Eine Bahn nach der anderen zu schwimmen langweilt Sie, aber Sie möchten auf Schwimmbadbesuche dennoch nicht verzichten? Dann nehmen Sie Kurs auf die Wassergymnastik! Bei dieser Disziplin werden die Bewegungen gegen den Wasserwiderstand ausgeführt und sind belastungsfrei und somit risikolos. Und der ganze Körper ist im Einsatz: Die Muskeln, aber auch die Gelenke sind aktiv und der Blutkreislauf wird angekurbelt, so dass sich diese Methode ideal für Leute mit Gefässerkrankungen eignet. Daneben gibt es noch das Aquacycling, die feucht-frische Version des Spinning oder des Hometrainers. Die Vorteile? Geradelt wird in verschiedenen Positionen und mit Musik nach Anweisungen des Trainers, da kommt garantiert keine Langeweile auf! Fast schwerelos dank des Wasserwiderstandes, keine Sturz- oder Verletzungsgefahr, auch wenn man übergewichtig ist.

Neueste Trends der sanften Gymnastikmethoden

  • Ganz ruhig: Tai Chi Chuan und Qi Gong
    Diese chinesischen, mit der inneren Energie arbeitenden Arten der Gymnastik, die Körper und Geist mithilfe langsamer und graziöser Bewegungen in Einklang bringen und präventiv wirken, eignen sich ideal für Menschen mit Arthritis.
  • Antigymnastik: Feldenkrais-Methode
    Von dieser Methode wird gesagt, dass es sich um eine Antigymnastik handelt, deren eigentliches Ziel in der Wahrnehmung und der Beherrschung des Körpers liegt. Die Disziplin soll Spannungen ermitteln und dank präziser Bewegungen abbauen.
  • Ganz gezielt: Alexander-Technik
    Ziel dieser von einem Australier in den 1890er Jahren entwickelten Methode ist es, Spannungen abzubauen und die Beherrschung der Bewegungen des Körpers, vor allem des Kopfes und der Halswirbel, zu verbessern.
  • Mysteriös: Eutonie
    Indem den Empfindungen nachgespürt wird, soll diese auf dem Körperbewusstsein basierende Methode Muskelverspannungen und Kreislaufprobleme lösen und die Kreativität und die Energie ihrer Praktizierenden steigern.
  • Verrückt: Mermaiding
    Schwimmen wie eine Meerjungfrau tut der Seele gut und sorgt für eine gute Figur: Mit der Monoflosse werden die Beine zusammengehalten, so dass bei der unermüdlichen Flossenbewegung Bauch, Beine und Po beansprucht werden…

Yoga speziell für Schwangere

Nadia Plagnard, Hebamme und Yogalehrerin, bietet ein einzigartiges Programm an, das die Entbindung und die Erholung nach der Geburt erleichtern soll. «Meine Yogakurse für die Geburtsvorbereitung sind sehr vielseitig», führt sie aus. «Sie beinhalten Meditation gefolgt von Dehnübungen, verschiedene Stellungen, Entspannungs- und Atemübungen sowie Trainingseinheiten für den Beckenboden.» Ihr Programm verteilt sich auf 5 Kurse à 1 Stunde und 45 Minuten. Im Anschluss daran sind die werdenden Mütter selbstständig in der Lage, die Übungen zu Hause durchzuführen. «Die Schwangerschaft eignet sich ideal, um mit Yoga zu beginnen», fährt sie fort. «In dieser Zeit werden Hormone ausgeschüttet – das Relaxin und das Progesteron – die die Muskeln entspannen.» Zwar ist die Schwangerschaft für die Entspannung eine gute Zeit, aber leider gilt dies nicht für die Phase nach der Geburt … «Es kommt vor, dass die Frauen sich einsam und schwach fühlen», vertraut uns Nadia an. «Ganz zu schweigen von den Auswirkungen des drastischen Abfalls der Entspannungshormone, die während der Schwangerschaft ausgeschüttet wurden.» Deshalb bietet sie postnatale Yogakurse an, an denen die Frauen mit ihren Säuglingen teilnehmen können: «Das postnatale Yoga hilft den Müttern, erholsamer schlafen zu können, ihre Rückenschmerzen zu lindern, das Gefühl zu mildern, «eingerostet» zu sein», schliesst die Hebamme, die seit 2006 mehr als 3500 Frauen yogatechnisch begleitet hat.

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Mit Ariane Kindler, Yogalehrerin im Genfer Studio Terre Indigo
Ariane beginnt mit Yoga erst relativ spät aus dem Bedürfnis heraus, ihre Gelenk- und Rückenschmerzen zu lindern. Angesichts der beeindruckenden Ergebnisse und nach einer Reise durch Asien, lässt sie sich im Studio von Jessica Magnin in Vich ausbilden und beschließt dann, sich dem Yogaunterricht zu widmen.

Mit Nadia Plagnard, Hebamme und Yogalehrerin in Genf
Nadia leitet in Genf das Yogazentrum Yogaveda. Sie wurde in Indien ausgebildet und arbeitet heute eng mit anderen Hebammen, Frauenärzten, Psychiatern, Psychologen und Osteopathen zusammen sowie in Partnerschaft mit dem Service des Sports der Stadt Genf.

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