SPA, bains thermaux d'Ovronnaz, 11.06.2013

Sobald der Winter beginnt, seine Zähne zu zeigen, erfreuen sich Thermalkuren, Sauna und Hammam ganz besonderer Beliebtheit. Diese für alle zugänglichen Kombinationen aus Hitze, trockenem Dampf und Feuchtigkeit sind ein wirksames Mittel zur Entspannung und, jede auf ihre Weise, eine Wohltat für unseren gesamten Organismus. Welche Behandlung ist für Sie die Richtige und welche Wirkung haben sie?

Die Gemeinsamkeit von Hammam, Sauna und Thermalkuren besteht darin, durch die Anwendung von Hitze einen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen; die ihnen zugrundeliegenden Techniken zur Vermittlung von Entspannung und Wohlbefinden jedoch sind sehr unterschiedlich. In den Thermaleinrichtungen werden verschiedene Aktivitäten angeboten, bei denen mineralsalzreiches Wasser aus anerkannten natürlichen Quellen zum Einsatz kommt und die von Massagen mit Wasserdüsen bis zu Übungen in einem beheizten Schwimmbecken reichen. Bei Sauna- und Hammamsitzungen, welche oft miteinander verwechselt werden, wird der Körper Hitze ausgesetzt, die ihm Entspannung schenkt und ihn von Giftstoffen befreit. In der Sauna herrscht trockene Hitze, im Hammam dagegen wohltuende feuchte Hitze.

Die Sauna, ein Konzept aus dem hohen Norden

© Henri Bonell

In den skandinavischen Ländern, wo es die Sauna bereits seit mehr als 2000 Jahren gibt, ist sie sehr beliebt, besonders in Finnland, einem Land mit fünf Millionen Einwohnern und drei Millionen Saunen. Eine Sauna besteht aus einem einzigen, aus Holz gefertigten Raum, in dem trockene Hitze mit einem Feuchtigkeitsgrad von höchstens 3 % herrscht. Die Hitze kommt aus einem Holz- oder Elektroofen, in den Steine eingelagert sind und der Temperaturen zwischen 30°C und 90°C erzeugt. Die Sauna hat den Ruf, gut gegen Stress und entspannend zu sein. Sie ist ein wahrer Kokon des Wohlbefindens, beruhigt die Nerven und baut Verspannungen des Körpers ab. Die Entspannung ist ein gutes Mittel gegen müde Muskeln und wirkt Gelenkschmerzen entgegen. Ihre Wirkung hält nach dem Saunagang noch stundenlang an und sorgt für besonders erholsamen Schlaf. Und damit ist die Liste der wohltuenden Effekte noch lange nicht beendet. Sie regt das Immunsystem an und spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Winterkrankheiten. Durch das Schwitzen und das Abduschen mit lauwarmem Wasser trägt die Sauna dazu bei, die Elastizität der Haut zu bewahren und Giftstoffe, die den Teint fahl erscheinen lassen, auszuspülen. Ganz im Gegensatz zu den althergebrachten Ideen hilft die Sauna jedoch nicht beim Fettabbau: man kann bei einem Saunagang zwar bis zu 1,5 Kilo Gewicht verlieren, dabei handelt es sich aber lediglich um einen Flüssigkeitsverlust, der sofort wieder ausgeglichen wird, sobald wir etwas trinken. Langfristig wird regelmässigen Saunagängen eine günstige Wirkung auf Bluthochdruck, Asthma und bestimmte dermatologische Erkrankungen wie Psoriasis nachgesagt, die Ärzteschaft steht diesen Ankündigungen jedoch im Moment noch etwas reserviert gegenüber und wartet die Ergebnisse der neuesten Studien ab. Es geht zwar aus mehreren wissenschaftlichen Studien hervor, dass regelmässiges Saunen keinerlei schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat, unter Veneninsuffizienz, Epilepsie und Herzkrankheiten leidende Personen sowie schwangere Frauen und kleine Kinder sollten jedoch trotzdem lieber darauf verzichten.

Das Hammam, eine Quelle von Schönheit und Entspannung

© Michele Moroni

Die Ursprünge des bisweilen auch „türkisches Bad“ oder „maurisches Bad“ genannten Hammams reichen bis in die römischen Thermen zurück. Diese Praxis breitete sich unter dem günstigen Einfluss des Islam, welcher eine sorgfältige Körperhygiene und regelmässige Waschungen vorschreibt, später bis in die Länder des Maghreb und in den Mittleren Osten aus. Im Gegensatz zur Sauna herrscht in einem Hammam ein Feuchtigkeitsgrad von 100% und die Temperatur liegt nicht höher als 50°C. Traditionell besteht ein Hammam aus zwei Räumen; in einem herrscht Körpertemperatur, also 37° bis 38°C und im zweiten, in dem man sich nicht länger als 15 Minuten lang aufhalten sollte, 50°C. Beim Wechseln des Raumes wird jedes Mal eine kühle Dusche genommen, die die Haut reinigt und regeneriert. Das Hammam ist dank seiner hohen Konzentration an Wasserdampf und der Hitze ein idealer Bereich zur Pflege der Haut, deren Poren sich öffnen, was Giftstoffe und Bakterien wirksam entfernt. Das Schönheitsritual geht oft einher mit einem Rassoul-Peeling (einer Zubereitung auf der Basis von Tonerde) oder Schwarzer Seife, bei dem ein spezieller Peeling-Handschuh zum Einsatz kommt. Wie in der Sauna werden Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen durch die Hitze gelindert. In manchen Hammams werden sogar beruhigende Pflegebehandlungen mit ätherischen Ölen aus Lavendel, Rose und Eukalyptus angeboten. Der heisse Wasserdampf ist ein wirksames Mittel zum Freimachen von zugeschwollenen Atemwegen und zur Bekämpfung der kleinen Wehwehchen, die uns speziell im Winter heimsuchen. Durch den Wechsel zwischen Hitze und kühlen Duschen werden der Blutkreislauf und das Immunsystem angeregt. Es gibt zwar keine wirklichen Kontraindikationen für das Hammam, Personen, die unter Erkrankungen der Atemwege oder Herzproblemen leiden, sollten jedoch vor dem Gang ins Hammam ihren Arzt um Rat fragen.

Thermalkuren für Körper und Geist

© Leukerbad

Thermalbäder zur Heilung und Entspannung wurden erstmals im 4. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland eingesetzt. Seitdem dauert das Interesse an Thermalbädern an; früher dauerten Thermalkuren mehrere Tage, ja sogar Wochen, heute jedoch kann man an einem einzigen Tag alle Wohltaten der Thermalwasser genießen. Für die Thermalkuren werden mineralsalzreiche Wasser verwendet, die in einer breiten Palette an Behandlungen zur Heilung und Entspannung des Körpers zum Einsatz kommen. Die meisten Tagespauschalen der Thermalzentren bieten Massagen, Modelagen, beheizte Schwimmbecken, Whirlpools und Schlammbäder und dieses Angebot wird immer öfter durch Wassersport-Aktivitäten und Fitness-Kurse wie Aquacycling vervollständigt. All diese Behandlungen sind wahre Mini-Entspannungskuren, durchgeführt von Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich wie Heilgymnasten und Physiotherapeuten. Gezielte oder mit medizinischen Behandlungen einhergehende Kuren müssen mindestens 18 Tage dauern, um ihre Wirkung ganz zu entfalten. Thermalbehandlungen sind besonders bei Rheuma, Hautkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege und Venenleiden angezeigt und die Fachleute aus dem Gesundheitssektor raten inzwischen auch bei Störungen des Metabolismus wie zum Beispiel Übergewicht und Obesität, psychosomatischen Leiden und depressiven Angstzuständen immer öfter zu Thermalkuren. Mit der Hilfe von Diät- und Ernährungsberatern sowie Psychologen lernen die Kranken, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

  • Les Bains d’Ovronnaz
    Les Bains d’Ovronnaz haben einen neuen Relax- und Wellnessbereich, den Panoramic Alpine Spa, eröffnet. Ein prächtiges Angebot mit zwei Saunen, zwei Dampfbädern, einem Hammam, einem grossen Whirlpool für 15 Personen, einem Entspannungsraum (Wood-Lampe) sowie einem Fitnessbereich. Und auch die Wellness-Fans kommen nicht zu kurz. Entdecken Sie eine weitere, in der französischen Schweiz einzigartige Attraktion: die Welt der Sinne. Dieser in seiner Art einzigartige, in einem speziellen Hammam untergebrachte Bereich spricht unsere fünf Sinne an und verbindet die wohltuende Wirkung von Chromotherapie, Aromatherapie und Musiktherapie miteinander. Lassen Sie sich bezaubern…
  • Thermalbad & Spa Zürich
    Die in der ehemaligen Brauerei Hürlimann untergebrachten Thermalbäder von Zürich sind ein absolut berückender Ort, an dem man sich wie in eine andere Welt versetzt fühlt. Die alten Keller mit Tonnengewölbe bilden den Rahmen für die Becken zur Entspannung und auf dem Dach befindet sich ein grosses Schwimmbecken mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt, in dem man unter freiem Himmel baden kann. Das Thermalzentrum kann mit Einrichtungen wie Massagedüsen, Spa, Whirlpool, Meditationsbecken, Sauna und Hammam aufwarten. In der Bistro-Lounge kann man sich zu jeder Tageszeit an hausgemachten Gerichten laben. Der Dienstag ist den Damen vorbehalten. www.thermalbad-zuerich.ch
  • Le Sérail de Jade
    Die Einrichtungen von Le Sérail de Jade sind in Genf und in Lausanne verfügbar. Geniessen Sie in einer entspannenden Umgebung eine Mischung aus Orient und Okzident. Das Haus bietet neben einem Hammam ebenfalls eine breite Palette an Behandlungen, die von einem Peeling mit Salz aus dem Toten Meer über orientalische Maniküre bis zu Massagen mit kostbaren orientalischen Ölen reicht. Das ganze Jahr über werden Sonntags-Brunchs veranstaltet, eine wunderbare Gelegenheit, sich im Familien- und Freundeskreis zu entspannen! www.seraildejade.com
  • Hotel Hof Weissbad
    Das am Fusse des Alpsteins gelegene Hotel Hof Weissbad bietet Dienstleistungen der Spitzenklasse und kann mit zahlreichen Einrichtungen aufwarten, die für Wohlbefinden und Entspannung sorgen: Schwimmbecken im Außen- und Innenbereich, Sauna, Massage, Spa, Wrappings, Hammam. Das Angebot des Zentrums umfasst ausserdem Akupunktur, Schönheitsbehandlungen, Nordic Walking und Beratung durch einen Ernährungsfachmann. Unsere Spezialität ist jedoch die Anwendung von Pflanzen aus der Schweiz, die im Kräutergarten des Hotels angebaut werden. www.hofweissbad.ch

SDR/EFR/AllTheContent News Agency

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