Die Leber ist ein Schlüsselorgan für unsere Gesundheit und für die korrekte Funktionsweise unseres Körpers unverzichtbar. Allerdings wird sie häufig schlecht behandelt. Um wiederkehrende Probleme zu vermeiden, sollten wir lernen, wie wir sie unterstützen können.

Üppige Mahlzeiten, zu wenig Bewegung, Alkoholkonsum, Stress … Unsere Lebensführung ist nicht immer ideal. Dabei ist zu bemerken, dass die Verpflichtungen des modernen Lebens, insbesondere bei der Arbeit, nicht unbedingt zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Zwischenmahlzeiten, ausufernde Geschäftsessen und feucht-fröhliche Abende: Unser Verdauungssystem sieht alle Farben des Spektrums. Während sich der Magen mit Schmerzen oder Brennen bemerkbar macht, ist die Leber diskreter. Aber ihr Schweigen ist trügerisch, denn auch sie leidet unter einem schlechten Ernährungsstil. Aufgrund ihrer zahlreichen Aufgaben spielt die Leber eine wichtige Rolle für unser Wohlergehen. Deshalb ist es äusserst wichtig, dass wir sie pflegen und nicht überlasten. So können Sie nicht nur der Entstehung von Krankheiten vorbeugen, sondern auch an Schwung und Lebenskraft gewinnen.

Eine Verwandlungsfabrik

Ohne ihr läuft nichts. Die Leber spielt bei unzähligen Tätigkeiten des Organismus mit. Sie ist ein Schlüsselorgan für unsere Gesundheit. Als grösste aller Eingeweiden und auch eine der wichtigsten übernimmt sie wichtige Funktionen, die das Gleichgewicht des Metabolismus wahren. Kaum verwunderlich, dass die Chinesen sie deshalb als Ursprung der Körperharmonie ansehen. Die korrekte Funktion aller Organe hängt zu einem grossen Teil von der Leber ab. Zunächst dient sie als Reinigungszentrale. Sie reinigt den Organismus von Abfallstoffen: Toxine, Schadstoffe, Synthesemoleküle, Nahrungsmittelrückstände. Sie werden gefiltert und anschliessend neutralisiert, um einfacher abgebaut werden zu können. So wird das Blut von Verunreinigungen gereinigt, die es enthält, was die Entschlackung fördert. Dieses Organ speichert zudem die lebensnotwendigen Nährstoffe, wie Kohlenhydrate, Eiweissstoffe, Fette, Spurenelemente und Vitamine. Die Leber hat zudem eine Syntheseaufgabe, die es ihr ermöglicht, Cholesterin herzustellen und zu eliminieren. Dank der Ausscheidung durch die Galle trägt sie in grossem Masse zur Verdauung von Fettkörpern bei. Wie Sie sehen, ist die Leber ein wichtiges Organ. Ihre Deregulierung führt unumgänglich zu allen möglichen Gebrechen.

Wenn die Leber nicht mehr leben will

«Leberfunktionsstörungen sind häufig die direkte Folge einer schlechten Hygiene», erklärt Christine Sandoz, unabhängige Ernährungsberaterin in Yverdon-les-Bains. «Häufig sind sie im Zusammenhang mit Übergewicht zu finden». Die Leber ist sensibles Organ, das durch unsere Ernährung häufig zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Auf lange Sicht, kann die Ansammlung von toxischen Substanzen im Körper ihre reinigenden Eigenschaften beeinflussen. Diese irritieren die Leberzellen, die dadurch stark geschädigt werden können. Zudem kann eine gesättigte Leber alle möglichen körperlichen Symptome auslösen, die uns krank machen. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Hautreizungen usw. Die Liste ist unendlich. Im Allgemeinen bemerkt man fehlende Energie und grosse Müdigkeit. Längerfristig können sich schwerwiegende Krankheiten entwickeln. Eine Leberzirrhose beispielsweise ist das Resultat längerer Belastungen der Leberzellen, häufig durch Alkohol. Mit der Zeit entstehen irreversible Tumore. Und was ist die Lösung? Entscheiden Sie sich für eine gesunde und angepasste Ernährung: «Die Leber hat eine unglaubliche Regenerierungskapazität», freut sich die Spezialistin. «Auch eine Zirrhose kann man rückgängig machen. Aber dazu muss man dem Organ die Chance geben, sich zu erneuern – und dies geschieht über eine ausgewogene Ernährung». Für Personen, die an Fettleber leiden, hilft die Diät zudem bei der Gewichtsreduktion.

Keine Wundermittel

Um den Zustand der Leber zu verbessern, muss zunächst eine Ernährung mit wenig Fettanteil befolgt werden: «Ziel ist es nicht, alle Fette zu entfernen», betont Christine Sandoz. «Der Körper sollte immer noch genügend Energie aus den Nahrungsmitteln ziehen können». Die Idee ist es, gesättigte Fettsäuren zu vermeiden, wie sie in Fertigmahlzeiten, frittierten Speisen, Aufschnitt oder Konditoreiwaren vorhanden sind. Im Gegenzug werden ungesättigte Fettsäuren bevorzugt, wie sie in Pflanzenöl, Ölpflanzen oder Fisch zu finden sind. Im Übrigen sind Früchte und Gemüse die besten Freunde einer gesunden Leber: «Ich bevorzuge entschlackende Lebensmittel», erklärt die Ernährungsberaterin. «Artischocken, Brokkoli, Kurkuma oder Rettich haben eine gute Auswirkung auf die Leber, da sie ihre Reinigungsfunktion stimulieren». Dabei handelt es sich um Gemüse, die von Naturärzten geschätzt werden, die zudem noch bittere Gemüse empfehlen, wie beispielsweise Chicorée, Löwenzahn, Sellerie und Randen. Zudem gibt es förderliche Pflanzen: Dazu gehören Chrysanthellum americanum, Desmodium adscendens, Rosmarin oder Mariendisteln, die als Kapseln in Fachgeschäften erhältlich sind. Überaus wichtig ist es auch, genug zu trinken und sich körperlich zu betätigen. «Es lohnt sich, einen gesunden Lebensstil zu führen», fasst die Expertin zusammen.

Die grosse Reinigung

Die Leberreinigung – aus der Alternativmedizin – wird in der Wissenschaft als kontrovers angesehen, wird aber von Naturärzten empfohlen. Mit welchem Ziel? Elimination im Organismus aller schädlichen Substanzen, die die Leberfunktion stören. Dazu gibt es verschiedene Techniken: Die radikalste ist Fasten. Natürlich sollten nur Personen mit guter Gesundheit und ohne Gesundheitsprobleme dies durchführen. Zudem rät es sich, von einem Spezialisten begleitet zu werden, da ein korrektes Fasten nicht einfach so von statten geht. Einfacher ist es, eine Monodiät durchzuführen. Dabei wird die Abendmahlzeit während einer oder zwei Wochen rund um ein Lebensmittel zubereitet. Beispielsweise Reis, Kartoffeln oder gedämpftes Gemüse. Im Gegensatz zum Fasten wird man dabei nicht müde. Das Ziel ist es aber immer, den Verdauungsapparat und die Leber zu schonen, damit sie ihre natürliche Funktion wieder aufnehmen können. Es handelt sich dabei also um eine innere Reinigung des Körpers. Es wird Ihnen gut tun.

Mit Christine Sandoz, unabhängige Ernährungsberaterin in Yverdon-les-Bains
Christine Sandoz ist diplomierte Ernährungsberater/in HF/SVDE. Nach der Ausbildung von 1984-1987 an der École de Diététique in Genf, war sie Leiterin der Ernährungsberatung am Spital in Yverdon-les-Bains. 2006 hat sie ihr Universitätsdiplom zur Spezialistin in Mikroernährung erhalten. Christine Sandoz ist Mitglied des Verbands der Ernährungsberater/innen SVDE (ASDD) und führt ihre Privatpraxis in Yverdon-les-Bains.

SLI/FBR/AllTheContent

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