AllTheContent/Claude-Yves Reymond – Tarragona

Die Menschentürme, die seit dem 18. Jahrhundert in Katalonien Tradition haben, fordern die Gesetze des Gleichgewichts heraus.

Die «Castells» genannten menschlichen Pyramiden sind in Katalonien (Spanien) sehr beliebt, besonders in Tarragona, wo sie zu einer regelrechten Touristenattraktion geworden sind. Auf welchen Ursprung diese Riesentürme zurückgehen, ist allerdings unbekannt. Man denkt an volkstümliche Tänze aus der Region um Valencia, die abgewandelt wurden und zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine eigenständige Form entwickelt haben. Dieses Symbol Kataloniens wurde unter der Diktatur Francos nie verboten, obwohl in dieser Zeit ein Rückgang dieser Tradition verzeichnet werden kann. Heute liegen die Menschentürme wieder stark im Trend, auf über 21’000 werden die Mitglieder dieser akrobatischen Kletterkunst geschätzt.

Dem Schwindel trotzen
Ein Kind klettert in die zehnte Ebene. Wird es den Arm ausstrecken können, um den vollständigen Aufbau zu signalisieren? Alle halten gespannt den Atem an. Xavier Gonzalez Perreau, Leiter für kulturelle Aktivitäten der Stadt Tarragone, beruhigt uns hinsichtlich der Sicherheit der Castells: «In der Regel sind es Jungs im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, aber auch einige Mädchen machen mit. Seit 2006 ein tödlicher Unfall passierte, gilt die Helmpflicht, auch wird eine psychologische Betreuung beim Training gewährleistet, um Schwindel und Angst vor dem Einstürzen des Turms zu bekämpfen. 10 % aller Konstruktionen. Die Höhe des Sturzes? Zwischen 11 und 12 Metern. Wie ein Polster dämpft die menschliche Basis, die «Pinya» (Tannenzapfen), den Fall. Unfälle passieren nur ganz selten.» Sergi Crespi Del Rio, 39 Jahre, macht seit seiner Kindheit bei den Menschentürmen mit. Heute ist der Casteller für die Sicherheit in der dritten Ebene verantwortlich. «Ein bisschen Krafttraining jede Woche reicht nicht aus», sagt er. «Ein Castell bedarf anderer Werte wie Gleichgewicht, Mut und gesunden Menschenverstand! Halt die ganze katalanische Gesinnung.»

Mit eigenen Augen
Von Juni bis Oktober finden jeden Sonntag auf den Rathausplätzen katalanischer Gemeinden Vorführungen statt. Für ein vollständiges Eintauchen in diese Welt ist es möglich, einem Training der Colla Jove Xiquets de Tarragone beizuwohnen, die Türme mit 11 Ebenen und einer verkleinerten Basis bauen.

Ausflug in die Geschichte

Die Qualität der archäologischen Stätte und die einzigartige Anlage der Römerstadt haben im Jahr 2000 die Unesco überzeugt. Auf Ihren Spaziergängen durch Stadt mit ihren 133’000 Einwohnern können Sie anhand eines im Rathaus ausgestellten Modells des römischen Tarraco bis ins Jahr 218 v. Chr. zurückreisen, dem Jahr ihrer Gründung durch ein Volk aus der Ägäis. Der Balkon des Mittelmeeres ist ein zum Meer gewandter Aussichtspunkt, darunter liegt ein prachtvolles Amphitheater, in dem einst Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden. Klettern Sie neben dem römischen Zirkus die Stufen zur Kathedrale Santa Tecla hinauf, die auf dem höchsten Punkt der Stadt auf einem Tempel errichtet wurde, der zu Ehren des Kaisers erbaut wurde!

Müde? Hungrig? Durstig? Leckere Früchte liegen an den Ständen am Mercado Central aus, dem Hauptmarkt, einem vom Architekten Josep Maria Pujol 1915 errichteten modernen Gebäude. Die Terrassen der Plaça de la Font, del Forum und del Rei sprühen vor Leben. Kosten Sie vor der 2000 Jahre alten Stadtkulisse einen Wermut, eine Spezialität von Tarragona! Die hiesigen Marken heißen Miro und Myrrhe.

#Infos
www.tarragonaturisme.cat
www.spain.info
www.catalunya.com

Spanisches Fremdenverkehrsamt
Seefeldstrasse 19
8008 Zürich
+41/ 44 253 60 50

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SLI/CYV/AllTheContent News Agency

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